Die Qual der Wahl – Welcher Fisch passt zu mir?
Du hast dein erstes Aquarium erfolgreich eingefahren, die Pflanzen wachsen prächtig und jetzt fehlt nur noch das Wichtigste: die Fische. Aber welche Arten sind wirklich für Anfänger geeignet? Nicht jeder farbenprächtige Fisch im Zoohandel ist auch pflegeleicht. Manche brauchen spezielles Futter, empfindliche Wasserwerte oder viel mehr Platz, als man denkt.
In diesem Artikel stelle ich dir die 10 beliebtesten und gleichzeitig anfängertauglichsten Aquarienfische vor. Jede Art bekommt einen Steckbrief mit allen wichtigen Daten zu Größe, Wasserwerten, Haltung und Vergesellschaftung. So findest du garantiert die richtigen Fische für dein erstes Aquarium.
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👉 Einsteiger-Sets bei Amazon entdeckenDie große Steckbrief-Tabelle – Alle 10 Fische im Überblick
Damit du die Arten direkt vergleichen kannst, findest du hier alle wichtigen Daten auf einen Blick. Die Tabelle zeigt Größe, Temperatur, pH-Wert, Haltungsform und Besonderheiten jedes Fisches.
| Art | Wiss. Name | Größe | Temperatur | pH-Wert | Haltung | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Guppy | Poecilia reticulata | 3–4 cm | 24–28 °C | 6,5–8,0 | Gruppe (3–5+) | Lebendgebärend, extrem farbenfroh |
| 2. Platy | Xiphophorus maculatus | 4–5 cm | 22–26 °C | 7,0–8,0 | Gruppe (3–5+) | Robust, viele Farbvarianten |
| 3. Molly | Poecilia sphenops | 5–8 cm | 24–28 °C | 7,0–8,5 | Gruppe (3–5+) | Benötigt etwas härteres Wasser |
| 4. Neonsalmler | Paracheirodon innesi | 3–4 cm | 22–26 °C | 5,5–7,0 | Schwarm (10+) | Leuchtender Blau-Rot-Kontrast |
| 5. Panzerwels | Corydoras paleatus | 5–6 cm | 22–26 °C | 6,0–7,5 | Gruppe (5+) | Bodenbewohner, Panzerung |
| 6. Zwergfadenfisch | Trichogaster lalius | 5–6 cm | 24–28 °C | 6,0–7,5 | Paarweise | Labyrinthfisch, bunte Männchen |
| 7. Black Molly | Poecilia sphenops var. | 5–8 cm | 24–28 °C | 7,0–8,5 | Gruppe (3–5+) | Tiefschwarze Zuchtform |
| 8. Amanogarnele | Caridina multidentata | 3–5 cm | 22–26 °C | 6,5–7,5 | Gruppe (3+) | Algenfresser, transparent mit Punkten |
| 9. Otocinclus | Otocinclus vittatus | 3–4 cm | 22–26 °C | 6,5–7,5 | Gruppe (5+) | Ohrgitterharnischwels, Algenfresser |
| 10. Siamesischer Rüsselbarbe | Crossocheilus oblongus | 10–14 cm | 24–26 °C | 6,0–7,5 | Gruppe (5+) | Bester Pinselalgen-Fresser |
Die Reihenfolge der Liste orientiert sich an Beliebtheit und Pflegeleichtigkeit. Alle genannten Arten sind friedlich und für Gesellschaftsbecken ab 60 Litern geeignet.
1. Guppy (Poecilia reticulata)
Der Guppy ist der absolute Klassiker unter den Aquarienfischen und weltweit einer der bekanntesten Süßwasserfische. Kein Wunder: Er ist extrem farbenfroh, unkompliziert in der Haltung und vermehrt sich fast von selbst. Guppys sind lebendgebärend – die Weibchen setzen fertig entwickelte Jungtiere frei, keine Eier. Das macht die Nachzucht auch für Anfänger spannend.
Guppys fühlen sich in Gruppen ab 3–5 Tieren wohl. Sie sind friedlich und vertragen sich mit fast allen anderen Anfängerfischen. Die Männchen werden nur 3–4 cm groß, sind aber mit ihren leuchtend bunten Schwanzflossen echte Hingucker. Weibchen sind etwas größer (bis 5 cm) und unscheinbarer gefärbt. Guppys mögen es etwas wärmer (24–28 °C) und kommen mit einem breiten pH-Spektrum zurecht.
2. Platy (Xiphophorus maculatus)
Platys sind die robusten Allrounder unter den Einsteigerfischen. Sie verzeihen kleine Pflegefehler, sind extrem widerstandsfähig und in unzähligen Farbvarianten erhältlich – von leuchtendem Orange über Rot bis zu gefleckten Zuchtformen. Wie Guppys sind sie lebendgebärend und vermehren sich leicht.
Ihre Ansprüche an die Wasserqualität sind gering: Temperaturen zwischen 22 und 26 °C und ein neutraler bis leicht alkalischer pH-Wert reichen völlig aus. Platys werden 4–5 cm groß und sollten in kleinen Gruppen von mindestens 3–5 Tieren gehalten werden. Sie sind friedlich und perfekt für das Gesellschaftsbecken geeignet.
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Mollys sind die größeren Verwandten der Guppys und etwas anspruchsvoller, aber immer noch gute Einsteigerfische. Sie werden 5–8 cm groß und brauchen daher etwas mehr Platz. Mollys mögen etwas härteres Wasser mit einem pH-Wert über 7,0 – eine leichte Salzzugabe (Aquariensalz) tut ihnen gut, ist aber nicht zwingend nötig. Auch Mollys sind lebendgebärend und vermehren sich regelmäßig.
Es gibt verschiedene Farbformen: Silber/Marmor (Wildform), Gold Molly und die bekannten Black Mollys (siehe Nr. 7). Mollys sind Allesfresser und nehmen sowohl Trockenfutter als auch pflanzliche Kost (Spirulina, Algen) gerne an. Sie sollten in Gruppen ab 3 Tieren gehalten werden.
4. Neonsalmler (Paracheirodon innesi)
Der Neonsalmler ist der Star unter den Schwarmfischen. Mit seinem leuchtend blauen Band über dem roten Bauch ist er ein echter Blickfang in jedem Aquarium. Neonsalmler werden nur 3–4 cm groß, sind aber Schwarmfische und brauchen mindestens 10 Artgenossen, um sich wohlzufühlen – erst dann zeigen sie ihr natürliches Schwimmverhalten und die volle Farbenpracht.
Sie bevorzugen weicheres, leicht saures Wasser (pH 5,5–7,0) und Temperaturen um 22–26 °C. In gut eingefahrenen Becken mit stabilen Wasserwerten sind sie sehr robust. Achtung: Neonsalmler sind empfindlich gegenüber Nitrat- und Nitritspitzen – setze sie erst ein, wenn das Aquarium vollständig eingefahren ist.
5. Panzerwels (Corydoras paleatus)
Panzerwelse sind die putzigen Bodenbewohner des Aquariums. Mit ihren knopfartigen Augen, den Barteln und der knöchernen Panzerung sind sie unverwechselbar. Sie werden 5–6 cm groß und sollten in Gruppen ab 5 Tieren gehalten werden. Panzerwelse sind ausgesprochen friedlich und beschäftigen den ganzen Tag mit der Durchwühlung des Bodengrunds auf der Suche nach Futterresten.
Wichtig: Panzerwelse brauchen einen weichen, sandigen Bodengrund – ihr empfindliches Bartelorgan kann sich an scharfkantigem Kies verletzen. Sie mögen Temperaturen um 22–26 °C und einen pH zwischen 6,0 und 7,5. Panzerwelse sind Schwarmfische: Je größer die Gruppe, desto aktiver und interessanter ihr Verhalten.
6. Zwergfadenfisch (Trichogaster lalius)
Der Zwergfadenfisch ist einer der schönsten Labyrinthfische für Einsteiger. Die Männchen leuchten in intensiven Blau- und Rottönen mit irisierenden Schuppen – ein echtes Farbspektakel. Wie alle Labyrinthfische können Zwergfadenfische Sauerstoff direkt aus der Luft atmen und sind daher weniger empfindlich gegenüber niedrigen Sauerstoffwerten im Wasser.
Sie werden 5–6 cm groß und sollten am besten paarweise (1 Männchen + 1 Weibchen) gehalten werden. Mehrere Männchen können sich gegenseitig bekämpfen. Zwergfadenfische mögen warmes Wasser (24–28 °C) und eine dichte Bepflanzung, in die sie sich zurückziehen können. Sie sind ruhige, friedliche Fische, die gut mit anderen friedlichen Arten vergesellschaftet werden können.
7. Black Molly (Poecilia sphenops var.)
Der Black Molly ist eine spektakuläre Zuchtform des Mollys mit samtig tiefschwarzer Körperfarbe – ein eleganter Kontrast zu bunten Guppys oder leuchtenden Neonsalmlern. In seinen Ansprüchen gleicht er dem normalen Molly: 5–8 cm Größe, hartes Wasser (pH 7,0–8,5), Temperaturen um 24–28 °C und Gruppenhaltung ab 3 Tieren.
Black Mollys sind lebendgebärend und etwas empfindlicher als ihre silbernen Verwandten. Sie brauchen regelmäßige Wasserwechsel und eine abwechslungsreiche Ernährung mit pflanzlichen Anteilen. In einem gut gepflegten Aquarium sind sie aber zuverlässige und langlebige Bewohner.
8. Amanogarnele (Caridina multidentata)
Die Amanogarnele, benannt nach dem Aquascaping-Pionier Takashi Amano, ist der effektivste Algenfresser unter den Wirbellosen. Mit ihren durchsichtigen Körpern und den charakteristischen rostroten Punktreihen ist sie nicht nur nützlich, sondern auch schön anzusehen. Amanogarnelen werden 3–5 cm groß und sollten in Gruppen ab 3 Tieren gehalten werden.
Sie sind völlig friedlich und vertragen sich mit allen Fischen dieser Liste. Achtung: Die Larven der Amanogarnele benötigen Brackwasser zum Überleben – eine Nachzucht im Süßwasserbecken ist daher kaum möglich. Amanogarnelen sind empfindlich gegenüber Kupfer (in manchen Medikamenten enthalten) und benötigen stabile Wasserwerte.
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Amanogarnelen, Bienengarnelen, Red Fire Zwerggarnelen und mehr – die beliebtesten Wirbellosen fürs Süßwasserbecken.
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Der Otocinclus, auch Ohrgitterharnischwels genannt, ist der kleine Bruder des beliebten Antennenwelses. Mit nur 3–4 cm Größe ist er der perfekte Algenfresser für kleine bis mittlere Aquarien. Er saibt mit seinem Saugmaul Algen von Scheiben, Steinen und Pflanzenblättern – und das den ganzen Tag lang.
Otocinclus sind reine Schwarmfische und brauchen Gruppen ab 5 Tieren. In zu kleinen Gruppen werden sie scheu und verkümmern. Sie mögen sauerstoffreiches Wasser bei 22–26 °C und einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5. Zusätzlich zum Algenaufwuchs sollten sie mit pflanzlichem Futter (Spirulina-Tabs, überbrühtem Gemüse) gefüttert werden.
10. Siamesischer Rüsselbarbe (Crossocheilus oblongus)
Der Siamesische Rüsselbarbe ist der unangefochtene Meister im Kampf gegen Pinselalgen. Mit seinem charakteristischen schwarzen Längsstreifen erinnert er an einen kleinen Zierfisch-Hai, bleibt aber völlig friedlich. Er wird 10–14 cm groß und braucht daher ein Becken ab 100 cm Kantenlänge.
Rüsselbarben sind Schwarmfische und sollten in Gruppen ab 5 Tieren gehalten werden – einzeln werden sie oft aggressiv. Sie fressen zuverlässig Pinselalgen, Fadenalgen und andere hartnäckige Algenarten und entlasten so die Pflege enorm. Sie mögen Temperaturen um 24–26 °C und einen pH zwischen 6,0 und 7,5.
Vergesellschaftung – Welche Fische passen zusammen?
Alle zehn vorgestellten Arten sind friedlich und gut vergesellschaftbar. Trotzdem gibt es ein paar Grundregeln, die du beachten solltest:
- Größen beachten: Die Siamesische Rüsselbarbe wird deutlich größer als die anderen Arten – setze sie nur in ausreichend große Becken (ab 100 cm).
- Schwimmzonen: Kombiniere Fische aus verschiedenen Beckenbereichen – oben schwimmende Arten (Guppy, Zwergfadenfisch) mit Bodenbewohnern (Panzerwels, Otocinclus) und freiem Schwimmraum (Neonsalmler).
- Wasserwerte: Achte darauf, dass alle Arten ähnliche Ansprüche an Temperatur, pH-Wert und Härte haben – die Tabelle oben hilft dir beim Vergleich.
- Keine Überbesatz: Faustregel: 1 cm Fisch pro 1 Liter Wasser. Bei 60 Litern also maximal 60 cm Gesamtfischlänge.
- Einsatz-Reihenfolge: Setze zuerst die friedlichen Schwarmfische ein (Neonsalmler, Panzerwels), dann die Lebendgebärenden (Guppy, Platy) und zuletzt die empfindlicheren Arten oder Algenfresser.
Diese Kombinationen funktionieren garantiert
Hier sind drei bewährte Besatzpläne für verschiedene Beckengrößen:
60-Liter-Becken (60 × 30 × 30 cm)
- 5 Guppys oder Platys
- 8 Neonsalmler
- 5 Panzerwelse
- 3 Amanogarnelen
112-Liter-Becken (80 × 35 × 40 cm)
- 1 Paar Zwergfadenfische
- 5 Platys
- 10 Neonsalmler
- 5 Panzerwelse
- 5 Otocinclus
- 5 Amanogarnelen
200-Liter-Becken (100 × 40 × 50 cm)
- 5 Guppys
- 5 Black Mollys
- 5 Siamesische Rüsselbarben
- 10 Neonsalmler
- 6 Panzerwelse
- 5 Otocinclus
- 5 Amanogarnelen
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Auch mit anfängertauglichen Fischen kann einiges schiefgehen. Hier die häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest:
Zu viele Fische auf einmal einsetzen
Der Filter braucht Zeit, um sich an die neue Belastung anzupassen. Setze Fische langsam und in Abständen von 1–2 Wochen ein. Die biologische Filterkapazität wächst mit der Belastung – aber nur langsam.
Falsche Gruppengröße
Schwarmfische wie Neonsalmler, Panzerwelse oder Rüsselbarben verkümmern in zu kleinen Gruppen. Sie brauchen die soziale Bindung innerhalb des Schwarms, um sich wohlzufühlen. Halte dich an die Mindestgruppengrößen aus der Tabelle.
Fische ins unfertige Becken setzen
Setze Fische erst ein, wenn das Becken vollständig eingefahren ist (nach 4–6 Wochen) und die Wasserwerte stabil sind. Besonders empfindliche Arten wie Neonsalmler oder Otocinclus reagieren auf Nitrit-Spitzen sehr empfindlich.
Fazit
Die zehn hier vorgestellten Aquarienfische und Wirbellosen sind die perfekte Wahl für dein erstes Aquarium. Sie sind pflegeleicht, friedlich und farbenprächtig – und machen den Einstieg in die Aquaristik zu einem echten Erfolgserlebnis. Egal, ob du mit Guppys und Neonsalmlern starten oder gleich ein größeres Gesellschaftsbecken mit Rüsselbarben und Zwergfadenfischen planen möchtest: Mit diesen Arten liegst du garantiert richtig.
Wichtig ist, dass du dich vor dem Kauf gut informierst, die Wasserwerte regelmäßig prüfst und deinem Aquarium Zeit gibst, sich zu entwickeln. Die Aquaristik ist ein Hobby, das Geduld belohnt – und mit den richtigen Fischen wirst du lange Freude an deinem Unterwasserparadies haben.
Mehr zum Thema Aquarium-Einrichtung findest du in unserem Einsteiger-Guide und in unserem Ratgeber zu Aquarienpflanzen für Anfänger.